Der Beitrag untersucht die historische Entwicklung des metus reverentialis, verstanden als Ehrfurchtsfurcht gegenüber Autoritätspersonen, die zur Anfechtung von Rechtsgeschäften führen konnte. Wagner analysiert zunächst das römische Recht, in dem nur schwerer Zwang (metus) anerkannt wurde, während bloße Ehrfurcht grundsätzlich unbeachtlich blieb. Anschließend zeichnet er die mittelalterliche Rezeption durch Glossatoren und Kommentatoren nach, die metus reverentialis zunehmend anerkannten, besonders im Ehe‑ und Erbrecht. Über die Jurisprudenz des 16.–18$nbsp;Jahrhunderts führt der Weg zu den naturrechtlichen Kodifikationen, in denen Ehrfurchtsfurcht ihre rechtliche Bedeutung weitgehend verlor. Abschließend diskutiert Wagner die Ursachen dieses Rückgangs
Klíčová slova:
Metus; metus reverentialis; Zwang; Drohung; römisches Recht; ius commune; Glossatoren; Kommentatoren; Usus modernus; Kodifikationen; Willensmängel; Rechtsgeschäftsanfechtung