Der Aufsatz bietet eine neue prozessuale Interpretation des umstrittenen Ulpian-Fragments D$nbsp;17,1,8,3. Die bisherige Forschung deutete die Passage häufig als Zirkelschluss oder als interpolierte spätere Erweiterung, insbesondere im Hinblick auf den Satz tenetur autem, quia agere potest. Armgardt zeigt hingegen, dass der Text in seinem unmittelbaren Kontext – den Regeln zur Prozessvertretung durch procuratores – schlüssig ist. Er interpretiert das agere prozessual als Klageerhebung und argumentiert, dass Ulpian die Konsumptionswirkung der vom procurator erhobenen Klage voraussetzt. Dadurch erhält die Entscheidung zur Wirksamkeit der Unterbeauftragung eine überzeugende dogmatische Grundlage.
Klíčová slova:
Ulpian; D$nbsp;17; 1; 8; 3; Klagenkonsumption; procurator; mandatum; Unterbeauftragung; römischer Zivilprozess; litis contestatio; Interpolationskritik; Prozessvertretung