Der Beitrag analysiert die ethischen Argumentationsmuster im Werk des römischen Juristen Papinian. Anhand ausgewählter Entscheidungen zeigt der Autor, wie Papinian über die strikte Rechtslogik hinausging und Begriffe wie pietas, verecundia, existimatio oder das votum parentium als normative Leitlinien einsetzte. Diese moralischen Erwägungen führten Papinian wiederholt zu Ergebnissen, die dem strengen Recht widersprachen, jedoch einer höheren ethischen Ordnung entsprachen. Der Aufsatz verdeutlicht Papinians herausragende Stellung in der römischen Jurisprudenz sowie seine nachhaltige Bedeutung für die europäische Rechts- und Geistesgeschichte.
Klíčová slova:
Papinian; römisches Recht; ethische Argumentation; pietas; verecundia; bonae mores; votum parentium; Jurisprudenz; Klassik; Rechtsphilosophie