Der Beitrag zeichnet ein lebendiges Porträt des Heidelberger Romanisten Otto Gradenwitz, dessen exzentrisches Auftreten, scharfe Intelligenz und zugleich tiefe persönliche Zerrissenheit ihn zu einer der außergewöhnlichsten Gelehrtenfiguren seiner Zeit machten. Kunkel beschreibt Begegnungen voller skurriler Prüfungen, Humor und Provokation, aber auch Gradenwitz’ wissenschaftliche Leistungen – insbesondere seine Arbeiten zur Interpolationsforschung, Lexikographie und Papyrologie. Ergänzt durch Wacke wird sichtbar, wie Gradenwitz unter antisemitischen Anfeindungen, beruflichen Enttäuschungen und persönlicher Vereinsamung litt und dennoch bedeutende Impulse für die Methoden der Rechts- und Textkritik setzte.
Klíčová slova:
Otto Gradenwitz; Wolfgang Kunkel; Interpolationsforschung; Heidelberger Rechtsgeschichte; Papyrologie; Vocabularium Iurisprudentiae Romanae; Mommsen; Rechtswissenschaft im 19./20. Jahrhundert